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Projekt: Berliner Hauptbahnhof, geschwungenes Flachdach mit Flüssigkunststoff - Abdichtung, 2015

Nach zahlreichen Berichten über dieses Projekt, etwa im Tagesspiegel, der Morgenpost oder der BZ, fand es nun auch Einzug in die Fachliteratur.

Hier die Wiedergabe des Artikels aus dem "Ernst & Sohn Special 2016 - Flachdächer", in welchem über das Ortmann Dachbau GmbH Projekt am Berliner Hauptbahnhof berichtet wurde, ergänzt durch eigene Aufnahmen der Baustelle.

Beschwingte Abdichtung


Bereits 2006 wurde der neue Berliner Hauptbahnhof eröffnet. Trat man aber durch den Nordausgang nach draußen, blickte man auf eine hässliche Brachfläche - damit sollte nun Schluss sein. Jetzt fallen einem sofort zwei filigrane Betonbauwerke ins Auge, die an die Schwingen eines Vogels erinnern.

Bisher war die nördliche Umgebung des Bahnhofs kein Aushängeschild für die Hauptstadt - im Gegensatz zum Blick nach Süden auf das Regierungsviertel. Den Berlinbesucher empfing eine Brachfläche, die spärlich durch einige architektonische Akzente belebt wurde. Aber das soll sich ändern - die Stadt plant dort ein modernes Stadtquartier und international bekannte Architekturbüros entwerfen Obejekte für das ca. 40 ha große Areal, auf dem einmal 2600 Wohnungen entstehen sollen. 

Bild 2. Das geschwungene Dach auf der Bahnhofsseite

Bild 1. Der Entwurf des Architekten
Grafik: Gruber + Popp Architekten BDA, Berlin

Bild 3. Das Dach auf der Bahnhofsseite: Der Beton ist geschliffen und für die Grundierung vorbereitet



Bild 4. Das Dach auf der Bahnhofsseite mit der fertigen Abdichtung - es fehlt noch das Topsiegel

Auch eine Straßenbahn fährt nach mehr als 50 Jahren wieder durch die Invalidenstraße, bringt Fahrgäste aus den nördlichen Stadtteilen zum Bahnhof und verbessert so generell die Verkehrsanbindung des Bahnhofs. 
Die Planung verzögerte sich durch Einsprüche der Anwohner und auch mit der Bahn gab es Probleme, da die geplante Haltestelle über einem Tunnel liegt. 2011 konnte dann mit dem Bau begonnen werden. Die Haltestelle sollte einen starken Akzent gegenüber dem Bahnhofsgebäude bilden und der künftigen Bedeutung dieses Standorts Rechnung tragen. Das Berliner Architekturbüro Gruber + Popp ging als Sieger aus dem ausgelobten Wettbewerb hervor. Der Entwurf sieht eine filigrane Konstruktion aus geschwungenen Stahlbetonschalen vor, die an die Schwingen eines Vogels erinnern. An den Enden haben die "Schwingen" nur noch eine Dicke von ca. 7cm und außer auf den Treppenhäusern ruhen sie nur auf einer Reine schlanker Stützen. 
Aus diesem Grund musste ein Leichtbeton hergestellt werden, der einerseits ausreichende Festigkeit gegen Verformung aufweist und andererseits das Gewicht der Betonschale reduziert.

Bild 5. Die Abdichtung ist für das Auftragen des Topsiegels vorbereitet

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Sie dienen als Tropfkante und halten das Wasser von den Stirnseiten fern. Zum Abschluss der Arbeiten wurde die Abdichtung noch mit einem Topsiegel versehen. Vorher wurde die fertige, ausgehärtete Abdichtungslage noch geschliffen, um kleine Unebenheiten zu egalisieren. Das Topsiegel, auf gleicher Materialbasis wie das Abdichtungsmaterial, gibt dem Baukörper die gewünschte Farbe und unterstreicht den einheitlichen Gesamteindruck.

Abdichtung aus Flüssigkunststoff

Der Beton sollte in seiner ursprünglichen Gestalt erkennbar bleiben, allerdings musste eine Abdichtung aufgebracht werden, die ein Eindringen von Feuchtigkeit verhindert. Dabei sollte die Abdichtung der flachgeneigten Dächer wie aus "einem Guss" wirken - Fugen und Nähte sollten nicht erkennbar sein. So fiel die Wahl auf Flüssigkunststoff. Aber auch Flüssigkunststoff wird als Abdichtung mit einer Einlage aus Polyestervlies verarbeitet und unweigerlich ist ein Nahtbild zu sehen. Um dies zu vermeiden, wurden die Vliesbahnen zunächst stumpf gestoßen und anschließend wurden die Stöße mit einer Glasfasermatte überarbeitet. Die Glasfasermatte hat den Vorteil. dass sie keine Höhe aufträgt, aber gleichzeitig die zu erwartenden Kräfte aufnehmen kann.

Verwendet wurde ein Flüssigkunststoffmaterial auf der Basis von PMMA-Harz der Widopan Produkte GmbH. 
PMMA ist ein Flüssigkunststoff, der erst vor Ort mit der Härterkomponente gemischt wird und dann zusammen mit dem Vlies die Abdichtung ergibt. Die Zugabe des Härters erfolgt in Abhängikeit von der Temperatur und so kann das Material individuell auf die konkreten Bedingungen eingestellt werden.

Zuerst wurde die Betonfläche grundiert. Die Grundierung wurde mit einem feinen Quarzsand gemischt und wie eine Kratzspachtelung aufgetragen. Am Dachrand wurden Winkelprofile montiert und mit Flüssigkunststoff eingedichtet.

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Das Team der Ortmann Dachbau GmbH an der Baustelle
Foto: Ortmann Dachbau GmbH



Bild 6. Die Abdichtung ist fertig, die Stöße der Armierung sind noch erkennbar und werden überarbeitet

Ausgeführt wurde diese außergewöhnliche Abdichtung von der Firma Ortmann Dachbau GmbH aus Berlin.
Für die Abdichtungsarbeiten wurde von Seiten der Abdichtungsfirma sehr viel eigenes Wissen eingebracht, was letztendlich zum perfekten Gelingen beigetragen hat, sodass auch der enge Zeitplan eingehalten werden konnte.

Flüssigkunststoff zeigt hier einmal mehr, dass auch unter ästhetischen Gesichtspunkten eine perfekte Abdichtung hergestellt werden kann. Die neuen Haltestellen befinden sich in guter Gesellschaft. In Berlin ist die Kongresshalle aus den 1960er-Jahren, auch als "Schwangere Auster" bekannt, vielleicht der bekannteste Schalenbau. Nach der Wende kamen noch das Tempodrom und in Potsdam das Hans-Otto-Theater dazu.

Bild 7. Alle Arbeitsschritte auf einen Blick: Im Hintergrund wird der Beton geschliffen, im mittleren Bereich ist bereits die Grundierung aufgetragen und im Vordergrund die Abdichtung bereits fertiggestellt (Fotos 2-7 WIDOPAN Produkte GmbH)



Bautafel

Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof, Berlin

  • Bauherr: Berliner Verkehrsbetriebe BVG, Bereich Infrastruktur, Bautechnische Anlagen U-Bahn und Straßenbahn, Berlin
  • Planung: Gruber + Popp Architekten BDA, Berlin
  • Ausführung: Ortmann Dachbau GmbH, Berlin
  • Hersteller: Widopan Produkte GmbH, Hammah
  • Eingesetzte Produkte: WIDOCRYL-Detail, WIDOCRYL-Haftgrund PM und WIDOCRYL-Topsiegel PM

Artikel: "Ernst & Sohn Special 2016: Flachdächer"

Die Baustelle im Überblick
Foto: Ortmann Dachbau GmbH


Den Originalauszug finden Sie HIER als PDF.

Mehr Bilder des fertigen Projekts HIER.


Projekt: Jungstrasse , Berlin , Erneuerung Fahrstuhldach , 2013

Bei diesem speziellen Auftrag ging es darum, einen statisch nicht mehr tragbaren Fahrstuhlkopf, der aus einer Betonplatte bestand, zu ersetzen. Ein Gerüst zu montieren, stellte sich aus technischer Sicht als sehr schwierig und auch als zu teuer heraus. Der Einsatz einer Hebebühne war ebenfalls nicht möglich, da ein Zugang zum Innenhof nicht gegeben war. Daher entschieden wir uns für den Einsatz der alpinen Seiltechnik. Die Betonplatte wurde gegen ein Stehfalzdach aus Titanzink inkl. der Unterkonstruktion ausgetauscht.